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Handbreit…

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Unter Segel

Ein weiteres Wochenende und ein weiterer Blogbeitrag. Heute endlich bei 2-3 bft raus und unter Segel den bisherigen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt.

Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt aufgrund des Wetters und der Konzentration auf’s Segeln nicht meine GPS-Tracking App mitlaufen und kann nicht sagen wie schnell Bernd wirklich war. Ich schätze jedoch, dass wir auf den Halbwindkursen bis zu 6-7 kts drauf hatten. Dabei konnte ich unter anderem das Alter der Segel erkennen. Bestimmt schon 15-20 Jahre auf dem Buckel, total ausgeleiert und bauchig. Eher was für Leichtwindverhältnisse…

Somit steht auch fest, dass ich spätestens für die nächste Saison mindestens ein neues Groß anschaffen muss.

Eine weitere interessante Feststellung machte ich bei den Geschwindigkeitsspitzen. Sobald eine Böe das Boot erfasste und die Krängung etwas zunahm, fing plötzlich das Ruder an zu vibrieren, ja eher sogar an zu summen! Ein wenig skeptisch aber auch etwas erregt ob des Geschwindigkeitsrausches, dachte ich mir, dass Bernd nun jederzeit abheben würde und in die Gleitfahrt übergeht. Ich gehe aber davon aus, dass aufgrund des sackartigen Groß und demnach des äusserst sub-optimalen Segeltrimms uns die Gleitfahrt verwehrt wurde.

Das Brummen und Summen des Ruders hat mich bis heute noch nicht losgelassen und ich ging im Internet etwas auf Recherche. Die Meinungen über die Ursachen gehen dabei etwas auseinander. Die einen sehen im Trimm die Ursache und die anderen ausschließlich im Ruder bzw. an der Form, des Materials und der Abrisskante. Schlussendlich ist es vermutlich eine Kombination aus mehreren schlechten Einflüssen, die das Brummen bei bestimmten Umströmungsgeschwindigkeiten begünstigen und zuletzt verursachen. Ein für mich plausible Erklärung lieferte mir der Wikipedia-Artikel über die Karmansche Wirbelstrasse, welche die Ursache als einen wechselseitigen Strömungsabriss und Verwirbelungen direkt an der Ruderhinterkante sieht. Stimmt die Ablösefrequenz der Wirbel nun mit der Eigenfrequenz des Ruderblattes überein, geht er in eine Resonanz über. In meinem Fall ein Brummen, das irgendwie durch’s ganze Boot klingt.

Darauf bezogenen Lösungsansätze werden in der Verhinderung der Verwirbelungen am Ruderblatt gesehen. Zumindest sollten die Wirbel erst in einem deutlichen Abstand zum Ruderblatt entstehen und damit nicht direkt darauf einwirken. Orientiert man sich an aktuellen Ruderblattdesigns, so erkennt man einheitlich eine mehr oder weniger scharfe Abrisskante und eine flügelartige Profilierung des Blattkörpers. Blicke ich auf mein Stahlblatt, sehe ich keines von beidem. Zudem kann die piratentypische Aufhängung (am Spiegel und mit etwas Spiel) die Schwingung begünstigen.

Ich persönlich werde pragmatisch an die Sache gehen. Einerseits fährt man nicht immer in dem kritischen Geschwindigkeitsbereich und falls mich die Häufigkeit irgendwann einmal stört, werde ich als ersten Schritt das Anschärfen der Abrisskante in Betracht ziehen (obere Hälfte 45° nach BB und untere Hälfte 45° nach SB).

Was meint ihr? Kommentare, Anregungen und Erfahrungen sind willkommen.

E-Motor Range

Lange nichts gehört, aus dem Süden!

Die Saison 2016 geht mal wieder schneller vorbei als man segeln kann…

Zunächst würde ich gerne an den letzten Blogbeitrag anknüpfen und euch meine Erfahrungen mit dem ersten ausgiebigen E-Motor Praxistest mitteilen. Da auf dem Heimatrevier, dem Bodensee im Sommer oft sengende Flaute herrscht, ist man für den sommerlichen Badeausflug gut beraten, eine ökologische Antriebslösung  in Betracht zu ziehen.

In meinem Fall besteht das Antriebskonzept aus einem Haswing Osapian 80 E-Motor (Details zu den Specs im letzten Beitrag) und aus einem 58 Ah 24 Volt Lithiumionen-Akku. Und auf letzteren möchte ich in diesem Beitrag etwas näher eingehen.

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Erfreulicherweise habe ich Kontakt zu einem (Hobby-)Akkukonfektioneur, der mir zu Testzwecken einen 58 Ah Akku zur Verfügung gestellt hat (Danke nochmal an dieser Stelle dafür!).

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Der Motor läuft nominal mit 24 Volt, operiert jedoch in einem Spannungsbereich zwischen 18-28 Volt. Und hier stellte sich schon die erste Frage zur Auslegung des Akkus. In den ersten Tests fanden wir heraus, dass die Steuerelektronik seine Dienste bei > 28 Volt verweigert. Grundsätzlich etwas beschränkt, da die maximale Ladeschlussspannung meines Testakkus bei 29.4 Volt liegt. Macht aber nix, da man die Lebensdauer eines Lithiumakkus um mindestens das 3-fache verlängern kann wenn der Akku nur zu 80-90 % geladen wird. Zudem ist der Akkupack mit 58 Ah theoretisch groß genug ausgelegt. Durch die maximale Spannungsbeschränkung auf 28 Volt ergibt sich jedoch bei meinem Akku (7s20p -> Wiki und dann) eine theoretische Kapazität von guten 50 Ah.

Und hier kommt nun das Praktische zum Theoretischen:

Letztes Wochenende legten wir unter Motor fast 5 gemütliche Seemeilen (9.2 km) zurück. Dafür benötigten wir ziemlich genau 2 Stunden, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 2.5 Knoten (~4.6 km/h) entspricht. Es war ein gemütlicher Nachmittagsausflug wie man auf den Bildern erkennen kann.

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Abends zuhause angekommen, konnte ich es kaum erwarten den Akku wieder aufzuladen um die entnommene Kapazität daraus abzuleiten. Demnach habe ich 27.4 Ah aus dem Akku entnommen. Dies entspricht etwas mehr als der Hälfte meines Energiespeichers.

Aus diesem Praxistest kann ich nun zu meiner persönlicher Sicherheit einiges an Leistungsdaten erstellen:

  • Durchschnittsverbrauch bei 2.5 kts (~4.6 km/h) = 5.6 Ah/nm (~3 Ah/km)
  • Maximale Reichweite bei gemütlicher Fahrt (∅ 2.5 kts) = 8.4 nm (15.5 km)
  • Maximale Fahrzeit etwa 3.5 h
  • Durchschnittslast bei 2.5 kts (und 2 Mann Besatzung) = 13.7 A

Nun habe ich also die Sicherheit zu wissen wie weit ich etwa mit einer Akkuladung komme. In meinem Fall war der Auslegung der Akkugröße zu Grunde gelegt, von jeder Position auf dem Bodensee im Notfall ans nächstgelegene Ufer zu gelangen (3-4 nm oder 7 km) und den Motor sonst für kürze Badeausflüge oder An- und Ablegemanöver nutzen zu können. Dies erfüllt mein jetziges Setup zur vollsten Zufriedenheit. ♥

PS: Nächstes mal wird hoffentlich wieder etwas mehr gesegelt 😉

 

Die Motorfrage

Flautenschieber

Bei den ersten Testfahrten ist uns klar geworden, dass man sich mit Ruder an Bord lieber nicht zu weit vom Ufer bzw. nächsten Hafen wegbewegt.  Sollte der Wind nämlich einschlafen, müsste die Distanz zum Ufer bzw. Hafen gerudert werden. Zudem will Bernd auch mal so ins Wasser, ohne dass Wind zum Segeln herrscht. Denn zum Baden oder Angeln soll uns Bernd auch ohne Wind zuverlässig über eine längere Distanz bewegen können. Mit einem Ruder sportlich aber nicht unbedingt schnell und sicher.

Bernd der Wanderpirat

Die Weite des Bodensee übt einen gewissen Reiz auf mich aus und ich spiele schon mit dem Gedanken einen mehrtägigen Törn zu machen. Oder einfach mal eine Bodenseeüberquerung! Dass sollte Bernd noch erleben dürfen.

Natürlich geht das nur mit einem zuverlässigen Motor, der Bernd bei Bedarf zügig ans nächste Ufer schiebt.

Auf dem Bodensee, kann das nächste Ufer jedoch schnell mal einige Meilen voraus liegen. Also müsste spätestens für die nächste Saison ein zuverlässiger Flautenschieber angeschafft werden. Und was passt dafür nicht besser als ein guter Elektroaußenborder?! Genau!

Die Elektromobilität ist auf dem Wasser angekommen und in aller Munde. Was vor Jahren noch in den Kinderschuhen steckte, ist heute ein Wachstumsmarkt mit immer technisch ausgereifteren Helfern. Genau deshalb auch spannend, sich ein eigenes Bild davon machen zu können.

Der Markt ist mittlerweile groß und umkämpft, was eine Auswahl umso schwieriger macht. Die verschiedenen Hersteller und Modelle haben alle ihre Vor- und Nachteile. Zudem ist die Preisspanne von 100-1000 € sehr groß! Um sich einen Überblick zu verschaffen und die inneren Werte etwas besser vergleichen zu können, habe ich eine kleine Liste erstellt. Im folgenden findet ihr also meinen persönlichen Vergleich piratengeeigneter Elektroaußenbordern:

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An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich die Torqeedos „der 2. Generation“ bevorzugt hätte. Sie laufen in meinem Vergleich jedoch außer Konkurrenz, da sie einerseits nicht in meinem Budget lagen und andererseits technologisch sowie durch den integrierten Li-Akku nicht vergleichbar sind. In der Auflistung habe ich ihn trotzdem gelistet, damit man bei der Schubkraft und der elektrischen Leistungsaufnahme eine Referenz  für einen starken E-Motor hat. (Einschub: Der neue Haswing Protuar 2HP könnte an die Werte des Torqueedos rankommen und nutzt sogar dieselbe E-Motortechnik. Er besitzt jedoch kein integrierten Akku.)

Alle oben aufgeführten Motoren besitzen Bürstenmotoren. Damit sind sie zwar nicht so effizient wie bürstenlose Motoren „a là Torqeedo“, laufen aber sehr leise und sind im Moment noch günstiger.

Zu den grundlegenden Fragen, die man sich bei einem Kauf stellen sollte sind:

  • Wie schwer ist das Boot, das man bewegen möchte?
  • Wieviel Leistungsreserven möchte man um auch mal bei stärkerem Wind oder in Notlagen manövrierfähig zu bleiben?
  • Und damit: Welche Schubleistung muss der Motor besitzen?

Für mich persönlich noch ein weiterer Faktor bei der Auswahl: der Preis. Ich wollte für’s erste nicht mehr als 300-400 € ausgeben. Für einen Akku sollte man nochmal mit 150-300 € rechnen, solange es sich nicht um ein modernen Li-Akku handelt. Und damit kommt man schon zu der noch wichtigeren Frage:

  • Wie lange und wie schnell möchte man unterwegs sein?

Dazu aber mehr in einem separaten Beitrag.

Nun, für welchen habe ich mich entschieden?

Zunächst hatte ich die 12 Volt Modelle im Auge. Womöglich genügt sogar ein 30er oder 40er (Schub in lbs) um einen Piraten bei Flaute an einen bestimmten Ort zu schieben. Reserven hat man dann wahrscheinlich keine.

Bei Recherchen im Internet, wird man immer wieder auf Anglerforen und Anglerbedarf-Shops landen. Hier haben sich die kleinen und simplen E-Motoren etabliert. Für die kleinen 12 Volt Modelle spricht sicherlich, dass diese einfach zu handhaben sind und sich in der Not an eine 12 Volt-Autobatterie anschliessen lassen. Auch wenn dies einer der schlechtesten Möglichkeiten ist, auf einen Energieträger zurückzugreifen. Starterbatterien sind nämlich auf kurze starke Stromabgaben konzipiert und eignen sich damit nur bedingt für eine lange, effiziente Stromabgabe (vgl. Verbraucherbatterie). Bei kleinen Booten unter 3 m und einem kleinen Fischteich sind die Motoren um 30-40 lbs Schub sicher gut und ausreichend um sich an die besten Stellen anzuschleichen. Für größere Boote und größere Gewässer aber meiner Meinung nach nicht passend.

Für einen Piraten wie Bernd sollten es mindestens 50 lbs sein. Besser aber mehr. Richtet man sich nach dem Torqeedo Travel, der mittlerweile an vielen Segelbooten zum Einsatz kommt, müssten es sogar um die 100 lbs sein. Hier definieren und spezifizieren jedoch die verschiedene Hersteller die Leistung der Motoren unterschiedlich. Zudem hat das Propellerdesign und andere Faktoren weiteren Einfluss auf Zugkraft, Geschwindigkeit und Stromaufnahme. Grundsätzlich aber kann man sagen je stärker desto besser. So kann man auch unter geringerer Last stromsparender fahren.

Beim Vergleich der Nennspannungen fällt auf, dass Torqeedo mit ca. 30 Volt operiert. Ein Hinweis darauf, dass höhere Spannungen, weniger Strom und weniger Verlust bedeuten.

Dies würde sich insbesondere auf dem Bodensee ausbezahlen, dachte ich mir und entschied mich, nach einem 24 Volt Motor Ausschau zu halten. Schlussendlich entschied ich mich für den Haswing Osapian 80. Er hat wahrscheinlich mehr als genug Schub für einen Piraten und ist Preis/Leistungs-technisch dem etwas kleineren Minn Kota 70 überlegen. In der Praxis wird sich nun zeigen was der Motor wirklich leistet und wie lange man damit unterwegs sein kann.

 

 

Nachtrag zum Schwertkasten

Das ewige Sorgenkind

Noch bei der Erstwässerung stellten wir fest, dass ein klein wenig Wasser am vorderen unteren Ende des Schwertkastens in die Bilge lief. Was ein Rückschlag! So viele Arbeitsstunden und Nerven hingen an dem Projekt und nun das: Die einzige Stelle, bei der ich schon etwas Bauchschmerzen bei der Renovierung hatte, ist nun wirklich nicht korrekt mit Epoxidharz verschlossen!

Die betroffene Stelle befand sich vorne im Schwertkasten etwa 10 cm oberhalb der Kiellinie. Gerade dort also, wo auf jeden Fall noch Wasser steht. Und zudem dort, wo man am schlechtesten hinkommt. Nach etwa zwei Wochen Trocknungszeit sah es der Plan vor, die Stelle innwändig erneut auszugießen und zu verschließen.

Es war damit schnell klar, dass hierfür das Boot wieder auf die Bordwand bzw. die Scheuerleiste gestellt werden musste, sodass der Schwertkasten in der Horizonalen lag.

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Oben ein Bild mit Schwert: Sieht man so ja auch nicht alle Tage!

In der Horizontalen ließen sich dann sehr effizient die Seitenwände ausgießen. Das Probelm dabei erneut: Die vordere Abschlusskante konnte in dieser Lage nicht ausgegossen werden, da das Harz die Flanken wieder runterläuft bevor es angezogen ist (genau das, was von anfang an zu dem kleinen Leck geführt hatte).

Hierfür haben wir uns dann für die Schlauchvariante entschieden:

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Wieder zurück im Trailer haben wir einen Rennradschlauch in den Schwertkasten gesteckt und aufgeblasen. Diese Technik erlaubte uns, einen dünnen Kanal auf der kompletten Höhe herzustellen.

Dieser Kanal wurde dann mit Epoxidharz aufgefüllt. Das Ergebnis ist super, da zudem durch die Rundung vom Schlauch ein Radius zur Seitenwand entstand. Leider auf dem Foto nicht so gut zu erkennen:

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Im nächsten Blogeintrag dann die Probe auf’s Exempel.

Stapellauf

Ein toller, sonniger Sonntag im April schien perfekt für den Stapellauf. Obwohl der Pegel noch sehr tief war, funktionierte das Slippen auf Anhieb. Das Boot schwamm zum ersten Mal seit 20 Jahren auf!

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Leider entdeckte ich schnell, dass irgendwo noch ein wenig Wasser in die Bilge lief und schnell wurde die Ursache klar: Der Schwertkasten war nach vorne hin minimal undicht. So ein Mist!

Dies hinderte uns jedoch nicht mit ein paar Ruderschlägen eine kleine Testfahrt zu unternehmen. Grundsätzlich super Gefühl. Ich war überrascht wie gut der Pirat gleitet bzw. wie lange er nachläuft. Das verspricht gute Leichtwindeigenschaften.

Nach einer halben Stunde ging’s zurück auf den Trailer. Nun muss ich mich vor der nächsten Wässerung nochmal um den Schwertkasten kümmern. Zusätzlich habe ich die Takelage zum erneuern gegeben.

Somit berichte ich wieder wenn’s das nächste mal dann mit Segel auf’s Wasser geht!

Bis dahin

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Bernddasboot